Tobsdorf   

 

 

 
Tobsdorf liegt in einem Seitental der Kokel, ca. 15 Kilometer von der nächsten Stadt, Mediasch/Medias, entfernt. Zur Kreisstadt Herrmannstadt/Sibiu sind es ca. 70 Kilometer. Auf der Straße nach Hetzeldorf/Atel geht es links auf einen unbefestigten Weg. Nach 4 Kilometern "Feldweg" erreicht man das verträumte Dörfchen Tobsdorf.

Tobsdorf wurde 1267 erstmals urkundlich als "Thobiasfolua" erwähnt.

Das Dorfzentrum bildet die große Evangelische Kirche, erbaut im Jahre 1524,mit der 1902 erbauten ehemaligen Deutschen Schule.
Der sehr wertvolle Flügelaltar, der seit1720 in der Kirche stand, wurde am
26. Oktober 1999 in die Margarethenkirche nach Mediasch gebracht, um Ihn vor Kunstraub und Zerstörung durch mangelnde Klimatisierung der Kirche zu schützen.
Die Kirchengemeinde von Mediasch beabsichtigt, auch die wertvolle Orgel der Kirche nach Mediasch zu bringen, um auch diese vor dem vollständigen Verfall zu bewahren.


Zurzeit leben in Tobsdorf ca. 300 Personen, davon gerade noch 18 Siebenbürger Sachsen. 1966 waren es noch 498 Dorfbewohner, und vor der großen Ausreiswelle der Siebenbürger Sachsen, um 1990, lebten hier noch ca. 300 deutschstämmige Tobsdorfer.


Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von den Erträgen der eigenen Landwirtschaft. Traktoren gibt es nur wenige im Dorf. Als Haupttransportmittel dient nach wie vor der gute alte Pferde- oder Kuhwagen.
Nur wenige sind im Besitz eines gesicherten Einkommens. Die Strom und Gaspreise sind für viele Dorfbewohner kaum noch bezahlbar.


Seit einigen Jahren ist "Titi" der  Ortsvorsteher von Tobsdorf. Er ist beschäftigt als Kantor in der orthodoxen Kirche in Hetzeldorf, und betreibt gemeinsam mit seinem Vater eine Landwirtschaft. Marianna, seine Frau arbeitet als Erzieherin in Hetzeldorf im Kindergarten. Ihr Sohn "Mihaita" pendelt täglich nach Mediasch zur Schule.

Gemeinsam mit dem  Bürgermeister von Hetzeldorf, Tobsdorf ist ein Ortsteil von Hetzeldorf, versucht "Titi" doch manches zum positiven im Ort zu verändern. Zum Beispiel soll der Bevölkerung das RICHTIGE entsorgen (einschließlich Trennung) Ihres Abfalls  beigebracht werden. Bei unserem  Besuch Anfang April 2005, hat Titi uns freudestrahlend verkündet, daß im Mai (wir gehen von 2005 aus) der Tobsdorfer Weg befestigt werden soll.
Bis jetzt (Ende 2008) hat sich nicht viel getan. Zwar wurden einige LKW-Ladungen Schotter auf der Straße verteilt, was jedoch nicht lange halten wird. Vielleicht wird ja 2009 etwas in dieser Richtung passieren. Wir bleiben auf jeden Fall dran.


Im ganzen Ort gibt es nur 3 Telefone, davon 2 Privat und eine öffentliche "Telefonzelle". Nur bei schönem Wetter ist eine Direktwahl nach Deutschland möglich. (Die oberirdischen Telefondrähte zur nächsten Station in Hetzeldorf, haben bei Regenwetter  einen Kurzschluss!!)

Auch ist das Handynetz in Tobsdorf nicht ausgebaut.

Der Kindergarten im Dorf wird im Moment noch von 11 Kindern besucht, und von einer Erzieherin und einer Helferin betreut. Die Grundschule wurde mittlerweile wegen zurückgehender Schülerzahl geschlossen. Die Kinder werden mit einem Kleinbus zum Unterricht nach Hetzeldorf gebracht.
 


Das idyllische Dörfchen Tobsdorf ist für Ada und Friedhelm Huser, mit ihren Kindern Anna und Lukas,
auch im Winter eine Reise wert.
Zum Rodeln und Pferdeschlitten fahren gibt es ausreichend Möglichkeiten. In Siebenbürgen sind im Winter Minus 20 Grad keine Seltenheit.
Im Elternhaus von Ada Huser geb. Schneider, wohnen wir auch während unserer Besuche in Tobsdorf
Bei der Ankunft nach unserer langen Anfahrt erwartet uns immer eine heiße "Ciorba de perisoare" ins Huser' s Küche. Das Haus wird von Antoanetta und Petru Cucu bewohnt und verwaltet.
(Mehr auf der Seite   "Haus Nummer 126" )
Im Dorf wohnte auch "Pavel", von uns "Geisepeter" genannt, der seinen Lebensunterhalt mit einer eigenen kleinen Schafherde bestritt. Er konnte nur beschwerlich mit Krücken gehen.

Pavel ist am 22.3.2008 in Tobsdorf auf der Straße verstorben.