Tobsdorf   

 

Inzwischen gibt es in den meisten Häusern Telefon und Internetanschluß. Auch ist die Straße nach Tobsdorf jetzt gut befahrbar und asphaltiert. Die Straßenbeleuchtung wurde auf LED Leuchten umgestellt. Die Stromversorgung fallt aber leider immer wieder aus. Auch gibt es im Dorf vereinzelt Überwachungskameras.

Auch wurde die Orgel inzwischen abgebaut und wartet nun auf die Restaurierung. Sobald die nötigen Spenden zusammen gekommen sind, wird sie restauriert. Stand November 2021

 

Tobsdorf liegt in einem Seitental der Kokel, ca. 15 Kilometer von der nächsten Stadt, Mediasch/Medias, entfernt. Zur Kreisstadt Herrmannstadt/Sibiu sind es ca. 70 Kilometer. Auf der Straße nach Hetzeldorf/Atel geht es links auf einen unbefestigten Weg. Nach 4 Kilometern "Feldweg" erreicht man das verträumte Dörfchen Tobsdorf.

Tobsdorf wurde 1267 erstmals urkundlich als "Thobiasfolua" erwähnt.

Das Dorfzentrum bildet die große Evangelische Kirche, erbaut im Jahre 1524,mit der 1902 erbauten ehemaligen Deutschen Schule.
Der sehr wertvolle Flügelaltar, der seit1720 in der Kirche stand, wurde am
26. Oktober 1999 in die Margarethenkirche nach Mediasch gebracht, um Ihn vor Kunstraub und Zerstörung durch mangelnde Klimatisierung der Kirche zu schützen.
Die Kirchengemeinde von Mediasch beabsichtigt, auch die wertvolle Orgel der Kirche nach Mediasch zu bringen, um auch diese vor dem vollständigen Verfall zu bewahren.


Zurzeit leben in Tobsdorf ca. 300 Personen, davon gerade noch 18 Siebenbürger Sachsen. 1966 waren es noch 498 Dorfbewohner, und vor der großen Ausreiswelle der Siebenbürger Sachsen, um 1990, lebten hier noch ca. 300 deutschstämmige Tobsdorfer.


Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von den Erträgen der eigenen Landwirtschaft. Traktoren gibt es nur wenige im Dorf. Als Haupttransportmittel dient nach wie vor der gute alte Pferde- oder Kuhwagen.
Nur wenige sind im Besitz eines gesicherten Einkommens. Die Strom und Gaspreise sind für viele Dorfbewohner kaum noch bezahlbar.
   


Im ganzen Ort gibt es nur 3 Telefone, davon 2 Privat und eine öffentliche "Telefonzelle". Nur bei schönem Wetter ist eine Direktwahl nach Deutschland möglich. (Die oberirdischen Telefondrähte zur nächsten Station in Hetzeldorf, haben bei Regenwetter  einen Kurzschluss!!)

Auch ist das Handynetz in Tobsdorf nicht ausgebaut.

Der Kindergarten im Dorf wird im Moment noch von 11 Kindern besucht, und von einer Erzieherin und einer Helferin betreut. Die Grundschule wurde mittlerweile wegen zurückgehender Schülerzahl geschlossen. Die Kinder werden mit einem Kleinbus zum Unterricht nach Hetzeldorf gebracht.
 


Das idyllische Dörfchen Tobsdorf ist für Ada und Friedhelm Huser, mit ihren Kindern Anna und Lukas,
auch im Winter eine Reise wert.
Zum Rodeln und Pferdeschlitten fahren gibt es ausreichend Möglichkeiten. In Siebenbürgen sind im Winter Minus 20 Grad keine Seltenheit.
Im Elternhaus von Ada Huser geb. Schneider, wohnen wir auch während unserer Besuche in Tobsdorf
Bei der Ankunft nach unserer langen Anfahrt erwartet uns immer eine heiße "Ciorba de perisoare" ins Huser' s Küche. Das Haus wird von Antoanetta und Petru Cucu bewohnt und verwaltet.
(Mehr auf der Seite   "Haus Nummer 126" )
Im Dorf wohnte auch "Pavel", von uns "Geisepeter" genannt, der seinen Lebensunterhalt mit einer eigenen kleinen Schafherde bestritt. Er konnte nur beschwerlich mit Krücken gehen.

Pavel ist am 22.3.2008 in Tobsdorf auf der Straße verstorben.