Meißenheim

Aus der Ortsgeschichte Meißenheims

Die ersten Spuren menschlicher Siedlung gehen in Meißenheim bis in die mittlere Bronzezeit, die Hügelgräberzeit von 1600 bis 1200 vor Christus zurück. Hinweise auf römische Siedlungen fehlen jedoch.

Als weitere Vorfahren unseres Dorfes können die Alemannen genannt werden, die nach kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Römern am Oberrhein seßhaft wurden und unter fränkischer Verwaltung zum Christentum kamen. Der Ortsname "Meißenheim" wird als "Heim des Remigius" (Remigius = der Ruderer; Bischof von Reims) gedeutet. Bis zur Reformation wird Sankt Remigius, "Patron der Kirchen zu Missenheim", als Kirchenheiliger verehrt.

Im Jahr 1267 n. Chr. wird das Dorf Meißenheim, zwischen Schwarzwald und Vogesen in nächster Nähe des Rheins gelegen, im Schenkungsbrief Walter I. von Geroldseck erstmals urkundlich erwähnt.

Zuerst im Besitz der Geroldsecker, ging es um die Mitte des 14. Jahrhunderts durch die Heirat Elsas von Geroldseck an die Herren von Hattstatt über und wurde am 25. Mai 1464 von Bernhard Wurmser zu Straßburg gekauft.

Meißenheim, das mehr als 340 Jahre unter der Herrschaft des Adels der “Wurmser zu Vendenheim" stand, wechselte im Jahr 1805 in den Besitz Badens über. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Dorf etwa 650 Einwohner.

Leider wurde das bäuerlich geprägte Dorf auch immer wieder von kriegerischen Auseinandersetzungen, Not und Elend schwer heimgesucht. Vor allem der 30jährige Krieg führte zu unvorstellbaren Verlusten. Unter den Plünderungen, Zerstörungen und Seuchen hatte die ganze Bevölkerung furchtbar zu leiden.

Katastrophale Schäden in der Landwirtschaft verursachten auch die zahlreichen Hochwasser des damals noch wilden, ungeregelten Stromlauf des Rheins. Erst mit der Rheinkorrektur im Jahr 1876 konnte dem ständigen Kampf gegen das Hochwasser ein Ende gesetzt werden.

Zur wichtigsten Einnahmequelle wurde der Tabakanbau.

Einen jähen Einschnitt in die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung brachten die beiden Weltkriege. Nach dem völligen Zusammenbruch ging man mit großem Tatendrang an den Wiederaufbau. 1952 wurde das Rathaus neu errichtet, das alte Schulgebäude wurde modernisiert, außerdem begann man mit dem Bau einer Turn- und Festhalle. Der wirtschaftliche Aufschwung in der Gemeinde war unverkennbar.

Zahlreiche, bis heute sehr gut erhaltene Fachwerkhäuser, ein typisches Merkmal der Riedlandschaft, tragen zu einem schönen, ausgeglichenen Dorfbild bei.

Eine besondere Sehenswürdigkeit Meißenheims stellt die im Jahr 1766 unter Aufsicht des Baumeisters Joseph Michael Schnöller fertig gestellte Evangelische Barockkirche mit dem dazugehörigen Pfarrhaus dar.


 Zu den Schmuckstücken in der Kirche zählen die aus Stuckmarmor gefasste Kanzel und Altar sowie die weit bekannte Johann Andreas Silbermann-Orgel, auf welcher immer wieder Konzerte berühmter Komponisten gegeben werden.
Unmittelbar an der nordöstlichen Kirchenwand befindet sich das bekannte Friederike-Brion-Grab, der Jugendliebe Goethes.

An Freizeitmöglichkeiten weist die Gemeinde ein breit gefächertes Angebot auf. Zahlreiche Vereine bieten jedem Interessierten die Möglichkeit, sich kulturell oder sportlich zu betätigen. Ein modernes Sportzentrum mit Sporthalle, Reithalle mit Rennbahn und großzügigem Reitgelände, Tennisanlage und Fußballplatz bieten für jeden Geschmack etwas.

Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist die Gemeinde als Reitsportzentrum, belegt durch die zahlreichen pferdesportlichen Großveranstaltungen in den vergangenen Jahren, unter anderem mit der Europameisterschaft der Vierspänner im Jahr 1997.

Auf die Auszeichnung “Pferdefreundliche Gemeinde" wie auch die zahlreichen Erfolge auf Landes- und Bundesebene im Wettbewerb ”Unser Dorf soll schöner werden" ist man deshalb in der Gemeinde zurecht stolz.

Mehr über Meißenheim erfahren Sie auf der Homepage der Gemeinde